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Ratgeber · Düngerarten

Düngerarten im Überblick: Nährstoffgehalte von Stickstoff-, Phosphat-, Kali- und NPK-Dünger

Harnstoff, KAS, DAP, Kali oder NPK 15-15-15: Mineralische Massendünger unterscheiden sich vor allem darin, welche Nährstoffe sie in welcher Konzentration liefern. Dieser Ratgeber ordnet die wichtigsten Düngerarten ein, erklärt Formeln und Herstellung und zeigt, worauf Einkäufer im Großhandel achten.

Stand: Oktober 20265 Min. LesezeitAndalucia Premium

Auf einen Blick

Mineralische Dünger werden nach ihren Hauptnährstoffen Stickstoff (N), Phosphor (P₂O₅) und Kalium (K₂O) eingeteilt, oft ergänzt um Schwefel und Magnesium.

Harnstoff ist mit 46 % N der stickstoffreichste feste Dünger; Kalidünger und Triplesuperphosphat enthalten dagegen keinen Stickstoff.

Welcher Dünger passt, hängt von Boden, Kultur und Vorschriften ab und wird über Bodenprobe und Fachberatung ermittelt.

Was ist ein Dünger und aus was besteht Dünger?

Ein Dünger ist ein Stoff, der Pflanzen Nährstoffe zuführt. Mineralische Dünger bestehen aus anorganischen Salzen oder Verbindungen wie Harnstoff, Ammoniumnitrat, Phosphaten oder Kaliumchlorid.

Pflanzen brauchen neben Licht, Wasser und Kohlendioxid eine Reihe von Nährstoffen aus dem Boden. Dünger ergänzen, was der Boden nicht in ausreichender Menge bereitstellt. Mineralische Massendünger werden industriell hergestellt oder aus Lagerstätten gewonnen und haben einen definierten, deklarierten Nährstoffgehalt.

Neben dem eigentlichen Nährstoffträger kann ein Dünger Zusätze enthalten, etwa Antibackmittel, Beschichtungen oder Hemmstoffe, die die Umsetzung im Boden verlangsamen.

Was für Dünger gibt es – welche Arten von Dünger gibt es?

Man unterscheidet Einnährstoffdünger (Stickstoff-, Phosphat- oder Kalidünger) und Mehrnährstoffdünger wie NP-, PK- oder NPK-Dünger. Außerdem gibt es mineralische und organische Dünger sowie feste und flüssige Formen.

  • Stickstoffdünger: Harnstoff, Ammoniumnitrat, Kalkammonsalpeter (KAS), Ammoniumsulfat, Ammoniumnitrat-Harnstoff-Lösung (AHL, international UAN)
  • Phosphatdünger: Diammonphosphat (DAP), Monoammonphosphat (MAP), Triplesuperphosphat (TSP)
  • Kalidünger: Kaliumchlorid (MOP), Kaliumsulfat (SOP)
  • Mehrnährstoffdünger: NPK-, NP- und PK-Dünger in unterschiedlichen Formeln

Daneben spielen Schwefel (S) und Magnesium (Mg) als weitere Nährstoffe eine Rolle, etwa in Ammoniumsulfat oder Kaliumsulfat.

Welche Dünger mit hohem Stickstoffgehalt gibt es?

Harnstoff hat mit 46 % N den höchsten Stickstoffgehalt unter den festen Düngern. Es folgen Ammoniumnitrat mit etwa 33,5–34,5 % N, flüssige AHL mit 28–32 % N, KAS mit etwa 27 % N und Ammoniumsulfat mit 21 % N.

StickstoffdüngerTypischer N-GehaltHinweis
Harnstoff (Urea)46 % Nfest, granuliert oder geprillt
Ammoniumnitratca. 33,5–34,5 % Nstrenge Sicherheitsvorschriften für Lagerung und Transport
AHL / UAN-Lösung28–32 % Nflüssig
Kalkammonsalpeter (KAS)ca. 27 % NAmmoniumnitrat mit Kalk oder Dolomit
Ammoniumsulfat21 % Nzusätzlich ca. 24 % Schwefel

Den Harnstoff-Dünger mit seinem N-Gehalt, Kornformen und Qualitätswerten erklärt der Ratgeber Harnstoff-Dünger 46 % N.

Welche Dünger mit wenig Stickstoff gibt es?

Kalidünger wie Kaliumchlorid und Kaliumsulfat sowie Triplesuperphosphat enthalten keinen Stickstoff. Wenig Stickstoff im Verhältnis zum Phosphat haben MAP und DAP.

DüngerNP₂O₅K₂O
Kaliumchlorid (MOP)0 %0 %ca. 60 %
Kaliumsulfat (SOP)0 %0 %ca. 50 %
Triplesuperphosphat (TSP)0 %ca. 46 %0 %
MAP 11-52-011 %52 %0 %
DAP 18-46-018 %46 %0 %

Die Werte sind typische Handelsgehalte; maßgeblich ist die Spezifikation des jeweiligen Produkts.

Stickstoff und Phosphor Dünger: Was sind DAP, MAP und TSP?

DAP (18-46-0) und MAP (11-52-0) sind Ammoniumphosphate, die Stickstoff und Phosphor gemeinsam liefern. TSP enthält etwa 46 % P₂O₅ und keinen Stickstoff.

Ammoniumphosphate entstehen aus Phosphorsäure und Ammoniak. Sie gehören zu den weltweit meistgehandelten Phosphatdüngern und dienen auch als Komponente für Mischdünger. TSP wird aus Rohphosphat und Phosphorsäure hergestellt.

Bei Kalidüngern dominieren Kaliumchlorid (MOP, etwa 60 % K₂O) und das chloridarme Kaliumsulfat (SOP, etwa 50 % K₂O, zusätzlich Schwefel), das für chloridempfindliche Kulturen genutzt wird.

NPK-Dünger: Wie liest man die Formel 15-15-15?

Die drei Zahlen nennen den Gehalt an Stickstoff (N), Phosphat (P₂O₅) und Kaliumoxid (K₂O) in Gewichtsprozent. NPK 15-15-15 enthält also je 15 % dieser drei Nährstoffe.

Phosphor und Kalium werden traditionell als Oxide angegeben, nicht als Reinelement. Ein Zusatz wie „+ 2 MgO + 6 S“ weist weitere Nährstoffe aus. Die Summe der Zahlen bleibt deutlich unter 100 %, weil der übrige Anteil auf gebundene Elemente wie Sauerstoff, Wasserstoff oder Chlorid und auf Begleitstoffe entfällt.

NPK-Dünger gibt es als Komplexdünger, bei denen jedes Korn alle Nährstoffe enthält, und als Mischdünger (Blends) aus verschiedenen Einzelkomponenten.

Wie wird Dünger hergestellt?

Stickstoffdünger beruhen auf Ammoniak aus dem Haber-Bosch-Verfahren, Phosphatdünger auf Rohphosphat, das mit Säure aufgeschlossen wird, und Kalidünger auf bergmännisch gewonnenen Kalisalzen.

  • Ammoniak: Stickstoff aus der Luft reagiert mit Wasserstoff, der meist aus Erdgas gewonnen wird.
  • Harnstoff: entsteht aus Ammoniak und Kohlendioxid.
  • Ammoniumnitrat: aus Ammoniak und Salpetersäure, die ebenfalls aus Ammoniak hergestellt wird.
  • Phosphate: Rohphosphat wird mit Schwefelsäure zu Phosphorsäure aufgeschlossen; daraus entstehen mit Ammoniak DAP und MAP.
  • Kali: Kalisalze werden in Bergwerken oder aus Salzsolen gewonnen und zu Kaliumchlorid aufbereitet.

Weil Erdgas bei Stickstoffdüngern Rohstoff und Energiequelle zugleich ist, schlagen Energiepreise deutlich auf die Herstellkosten durch.

Mineralisch oder organisch: Welcher Dünger ist der beste?

Einen allgemein besten Dünger gibt es nicht. Mineralische Dünger liefern Nährstoffe in definierter, schnell verfügbarer Form; organische Dünger wie Mist oder Kompost wirken langsamer und fördern zusätzlich den Humusaufbau.

Welcher Dünger in welcher Menge sinnvoll ist, hängt von Bodenart, Nährstoffversorgung, Kultur, Klima und rechtlichen Vorgaben ab. Das ermitteln Betriebe über Bodenproben und die landwirtschaftliche Fachberatung; dieser Ratgeber gibt keine Anbau- oder Mengenempfehlung.

Auch die Umwelt spielt mit: Stickstoff, den die Pflanzen nicht aufnehmen, kann als Nitrat ins Grundwasser gelangen. Die EU-Nitratrichtlinie begrenzt deshalb Einträge, in Deutschland wird sie über die Düngeverordnung umgesetzt.

Wir vermitteln ausschließlich mineralische Massendünger, keine organischen Dünger.

Dünger für die Landwirtschaft im Großhandel: Was prüfen Einkäufer?

Einkäufer prüfen Spezifikation, Analysezertifikat, Herkunft, Verpackung und die Konformität mit den Vorschriften im Bestimmungsland. Für CE-gekennzeichnete Düngeprodukte in der EU gilt die EU-Düngeprodukteverordnung (EU) 2019/1009.

  • Spezifikation: Nährstoffgehalte, Feuchte, Korngröße, Form, Nebenbestandteile
  • Analysezertifikat (CoA) und Ursprungszeugnis, idealerweise durch eine unabhängige Inspektion bei der Verladung bestätigt
  • Verpackung: 50-kg-Sack, Big Bag oder lose als Schüttgut
  • Recht: Kennzeichnung, Zulassung und Sicherheitsvorschriften, etwa für Ammoniumnitrat

Wie Inspektion und Zertifikate ablaufen, erklärt der Ratgeber Inspektion und Zertifikate. Die Produkte, die wir vermitteln, finden Sie im Bereich Dünger; Anfragen mit Spezifikation und Menge nehmen wir über den Kontakt entgegen.

Stand: Oktober 2026Diese Seite enthält allgemeine Informationen zur Handelspraxis. Sie stellt keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung dar.

Welche Dünger werden in der Landwirtschaft am häufigsten eingesetzt?

Vor allem Stickstoffdünger wie Harnstoff und KAS, Phosphatdünger wie DAP und MAP, Kaliumchlorid sowie NPK-Mehrnährstoffdünger, dazu organische Dünger aus den Betrieben selbst.

Welchen N-Gehalt hat Harnstoff-Dünger?

Harnstoff-Dünger enthält 46 % Stickstoff und ist damit der stickstoffreichste feste Mineraldünger.

Was bedeuten die Zahlen auf einem NPK-Dünger?

Sie geben in dieser Reihenfolge den Gehalt an Stickstoff (N), Phosphat (P₂O₅) und Kaliumoxid (K₂O) in Gewichtsprozent an.

Warum ist Überdüngung ein Problem?

Nährstoffe, die die Pflanzen nicht aufnehmen, können als Nitrat ins Grundwasser ausgewaschen werden oder als Ammoniak und Lachgas entweichen. Deshalb begrenzen die EU-Nitratrichtlinie und in Deutschland die Düngeverordnung die Düngung.

Gibt es in Deutschland Vorschriften für Harnstoff?

Ja. Nach der Düngeverordnung darf Harnstoff seit dem 1. Februar 2020 nur ausgebracht werden, wenn ihm ein Ureasehemmstoff zugegeben ist oder er innerhalb von vier Stunden eingearbeitet wird.

In welchen Verpackungen wird Dünger im Großhandel geliefert?

Üblich sind 50-kg-Säcke, Big Bags mit meist etwa einer Tonne und lose Ware als Schüttgut per Schiff. Flüssige Dünger wie AHL werden in Tankfahrzeugen oder Tankschiffen transportiert.

Verkaufen Sie Dünger auch an Privatpersonen?

Nein. Wir vermitteln mineralische Dünger in Container- und Schüttgutmengen zwischen geprüften Unternehmen und handeln nicht auf eigene Rechnung. Kleinmengen für Garten oder Hobby gibt es im Fachhandel.

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