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Ratgeber · Stahl

Betonstahl: Durchmesser, Querschnitt, Gewicht pro Meter und Sorten

Betonstahl gehört zu den meistgehandelten Stahlprodukten. Dieser Ratgeber erklärt Sorten und Normen, nennt Nennquerschnitte und Metergewichte und zeigt, worauf es beim Einkauf und Import ganzer Schiffs- oder Containerpartien ankommt.

Stand: Oktober 20265 Min. LesezeitAndalucia Premium

Auf einen Blick

Betonstahl ist gerippter Stahl, der in Beton eingelegt wird und dort die Zugkräfte aufnimmt; in Deutschland gilt DIN 488 mit B500A und B500B.

Das Metergewicht folgt aus dem Durchmesser: kg/m ≈ 0,00617 × d², ein Stab Ø 12 mm wiegt rund 0,888 kg/m.

Eine Partie wird über Norm und Sorte, Durchmesser, Längen, Bündelung, Kennzeichnung, Werkszeugnis EN 10204 3.1 und Inspektion festgelegt.

Was ist Betonstahl?

Betonstahl ist gerippter Stahl, der als Bewehrung in Beton eingelegt wird. Die Rippen sorgen für den Verbund zwischen Stahl und Beton.

Beton trägt Druck gut, reißt aber unter Zug. Der Betonstahl übernimmt diese Zugkräfte in Decken, Balken, Stützen, Fundamenten und Wänden. Geliefert wird er als Stabstahl, als Ringmaterial (Coils) für die Weiterverarbeitung und als Betonstahlmatte. Im englischen Sprachraum heißt er Rebar.

Welche Normen und Sorten gibt es bei Betonstahl?

In Deutschland regelt DIN 488 die Sorten B500A und B500B. Den europäischen Rahmen bildet EN 10080; andere Länder haben eigene Bezeichnungen wie B500SD in Spanien oder Grade 60 in den USA.

  • EN 10080: europäische Rahmennorm für schweißgeeigneten Betonstahl; sie legt Prüfverfahren und Konformitätsbewertung fest, keine einzelne Sorte.
  • Deutschland: DIN 488 mit B500A (überwiegend kaltverformt, vor allem in Matten) und B500B (warmgewalzter Stabstahl und Ringmaterial).
  • Spanien: B500S und B500SD, Bemessung nach dem Código Estructural.
  • Großbritannien: BS 4449 mit B500A, B500B und B500C.
  • USA: ASTM A615 (Grade 60, rund 420 MPa Streckgrenze) und ASTM A706 (niedriglegiert, für Schweißen und Erdbebenzonen); Stäbe werden mit Nummern #3 bis #18 in Achtelzoll bezeichnet (#4 = 1/2").

Welche Norm gilt, bestimmen das Land des Bauvorhabens und die dortigen Zulassungen, nicht der Hersteller. Norm und Sorte gehören in den Vertrag.

Betonstahl-Querschnitt und Gewicht pro Meter: welche Nennwerte gelten?

Betonstahl wird nach Nenndurchmesser bezeichnet, meist 6 bis 40 mm. Der Querschnitt ist A = π × d² / 4, das Metergewicht ergibt sich aus der Stahldichte von 7.850 kg/m³.

Nenndurchmesser (mm)Querschnitt (mm²)Gewicht (kg/m)
628,30,222
850,30,395
1078,50,617
121130,888
141541,21
162011,58
203142,47
254913,85
286164,83
328046,31
4012579,86

Nennwerte. Bindend sind Norm und Vertrag, einschließlich der zulässigen Massenabweichung. Der Tragwerksplaner bemisst mit dem Querschnitt, der Einkauf rechnet mit dem Metergewicht Tonnen in Stablängen um.

Wie berechnet man das Betonstahl-Gewicht pro Meter?

Das Quadrat des Durchmessers in Millimetern wird mit 0,00617 multipliziert: kg/m ≈ 0,00617 × d². Ein Stab Ø 16 mm wiegt rund 1,58 kg/m, ein 12-m-Stab also etwa 19 kg.

Der Faktor 0,00617 entspricht π/4 × 7.850 kg/m³, umgerechnet auf mm² und Meter. In der Praxis:

  • Stäbe je Tonne: 1.000 kg ÷ (kg/m × Stablänge). Bei Ø 12 mm und 12 m: 1.000 ÷ (0,888 × 12) ≈ 94 Stäbe.
  • Ist- oder Sollgewicht: Abgerechnet wird nach gewogenem oder nach theoretischem Gewicht. Was gilt, muss im Vertrag stehen.

Wie wird Betonstahl hergestellt?

Der Stahl entsteht entweder aus Eisenerz über Hochofen und Konverter oder aus Schrott im Elektrolichtbogenofen. Er wird zu Knüppeln vergossen und anschließend zu geripptem Stabstahl gewalzt.

  1. Stahlerzeugung: Hochofen und Sauerstoffkonverter (Eisenerz, Koks) oder Elektrolichtbogenofen (überwiegend Schrott, teils Eisenschwamm). Ein großer Teil des Betonstahls wird über die Elektrostahlroute erzeugt.
  2. Stranggießen: Knüppel mit quadratischem Querschnitt.
  3. Walzen: Wiedererwärmen und Warmwalzen auf Durchmesser; die Rippen werden im letzten Gerüst eingewalzt.
  4. Festigkeit: durch gesteuerte Abkühlung nach dem Walzen (Abschrecken und Selbstanlassen) oder durch Legieren; das Verfahren beeinflusst Schweißeignung und Biegeverhalten.

Die Herstellungsroute bestimmt auch den CO₂-Fußabdruck, der beim Import in die EU für CBAM zählt.

Welche Prüfwerte stehen im Werkszeugnis?

Betonstahl wird mit Abnahmeprüfzeugnis, meist 3.1 nach EN 10204, geliefert. Es nennt Streckgrenze, Verhältnis von Zugfestigkeit zu Streckgrenze, Dehnung bei Höchstkraft, chemische Zusammensetzung und Schmelzennummer.

Bei B500 beträgt die charakteristische Streckgrenze mindestens 500 MPa. Die Duktilität beschreiben das Verhältnis Rm/Re und die Dehnung bei Höchstkraft (Agt). Die Duktilitätsklassen nach Eurocode 2 werden üblicherweise so angegeben:

KlasseRm/Re (k)AgtTypische Sorte
A≥ 1,05≥ 2,5 %B500A
B≥ 1,08≥ 5,0 %B500B
C≥ 1,15 und < 1,35≥ 7,5 %B500C, B500SD

Charakteristische Werte; bindend ist die im Vertrag genannte Norm. Das Zeugnis muss zu den Schmelzennummern auf den Bundanhängern passen. Eine unabhängige Inspektion prüft das vor der Verladung, siehe Inspektion und Zertifikate.

Stahl-Import in die EU: was ist beim Betonstahl zu beachten?

Festzulegen sind Spezifikation, Inspektion, Transport und Dokumente; dazu kommen CBAM und je nach Ursprung handelspolitische Maßnahmen. Kosten und Gefahrübergang regeln die Incoterms.

  1. Spezifikation: Norm und Sorte, Durchmesser, Längen (Stabstahl im internationalen Handel meist 12 m), Ringe oder Matten, Toleranzen.
  2. Bündelung und Kennzeichnung: mit Draht gebundene Bunde, Anhänger mit Schmelze, Durchmesser und Sorte; das Walzzeichen auf dem Stab weist das Herstellwerk aus.
  3. Inspektion: Probenahme, Maß- und Gewichtskontrolle, Zug- und Biegeversuche, Abgleich von Anhängern und Zeugnissen.
  4. Transport: Stückgutschiff oder Container, je nach Menge und Hafen; Lieferbedingungen nach Incoterms.
  5. Dokumente: Handelsrechnung, Packliste, Konnossement, Werkszeugnis 3.1, Ursprungszeugnis, Inspektionsbericht.

CBAM und Schutzmaßnahmen: Betonstahl fällt unter CBAM; der Importeur braucht den Status als zugelassener CBAM-Anmelder und Emissionsdaten des Herstellers. Je nach Ursprung können Zollkontingente oder Antidumpingzölle gelten. Den aktuellen Stand je Ursprung und Zolltarifnummer zeigt TARIC.

Wo kann man Stahl kaufen: wie findet man einen Stahllieferanten?

Große Partien kommen von Stahlwerken oder Handelshäusern, per Vertrag je Verschiffung. Ein seriöser Stahllieferant liefert rückverfolgbare Zeugnisse und akzeptiert eine unabhängige Inspektion.

Andalucia Premium SL in Málaga vermittelt zwischen geprüften Unternehmen; sie handelt nicht auf eigene Rechnung und unterhält kein Lager. Eine vollständige Anfrage enthält:

  • Norm und Sorte (z. B. B500B nach DIN 488, B500SD, ASTM A615 Grade 60)
  • Durchmesser, Längen, Menge je Durchmesser; Stäbe, Ringe oder Matten
  • Zielhafen und Incoterm
  • Geforderte Dokumente und Inspektion
  • Lieferzeitraum und Land des Bauvorhabens

Mehr zum Bereich Stahl, oder senden Sie Ihre Anfrage über die Kontaktseite.

Stand: Oktober 2026Diese Seite enthält allgemeine Informationen zur Handelspraxis. Sie stellt keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung dar.

Was bedeutet B500B?

B steht für Betonstahl, 500 für die charakteristische Streckgrenze von mindestens 500 MPa und der zweite Buchstabe für die Duktilitätsklasse; B500B ist die übliche Sorte für warmgewalzten Stabstahl nach DIN 488.

Wie viel wiegt ein Betonstahl-Stab mit 12 m Länge?

Nach Nennwerten wiegt ein Stab Ø 12 mm rund 10,7 kg, Ø 16 mm rund 19 kg und Ø 25 mm rund 46 kg.

Welchen Querschnitt haben die gängigen Durchmesser?

Nominell 50,3 mm² bei Ø 8, 113 mm² bei Ø 12, 201 mm² bei Ø 16, 314 mm² bei Ø 20 und 491 mm² bei Ø 25, berechnet mit π × d² / 4.

Woraus wird Betonstahl hergestellt?

Aus Eisenerz über Hochofen und Konverter oder aus Schrott im Elektrolichtbogenofen. Der Stahl wird zu Knüppeln vergossen und warmgewalzt.

Ist B500B dasselbe wie ASTM A615 Grade 60?

Nein. Grade 60 hat eine Mindeststreckgrenze von rund 420 MPa und andere Duktilitätsanforderungen. Ob ein Stahl verwendet werden darf, regeln Norm und Zulassungen im Land des Bauvorhabens.

Welche Dokumente gehören zu einer Betonstahl-Lieferung?

In der Regel Handelsrechnung, Packliste, Konnossement, Werkszeugnis EN 10204 3.1, Ursprungszeugnis und, falls vereinbart, ein unabhängiger Inspektionsbericht.

Was ist beim Stahl-Import in die EU besonders wichtig?

Die CBAM-Pflichten des Importeurs und die je nach Ursprung geltenden Maßnahmen wie Zollkontingente oder Antidumpingzölle; den aktuellen Stand zeigt TARIC.

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